Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Aus einem in der Online-Zeitschrift The Observer Translation Project veröffentlichten Gespräch:

There’s a terrible tendency in American culture that I think of as the “one representative” problem – for any country/language/ethic group, there tends to be one representative that is beloved, critically praised, etc., and becomes the gold standard that allows readers and reviewers to ignore the rest of the writers from that group. For instance, Saramago is the Portuguese writer who gets read and reviewed; Antunes is hardly even known in the States. This sort of “star-making” is a bit dangerous, I think. It’s as if by reading one author, we now know all we need to know about that country’s literature and can get back to our homegrown authors.

Wahr oder falsch? Übersetzer sind wahrscheinlich nicht ganz die richtigen Adressaten dieser Frage, aber vielleicht kann mich trotzdem jemand erleuchten. Wenn die Aussage so stimmt, drängt sich natürlich die Anschlußfrage auf, welche Schriftsteller denn nun als alleinige Repräsentanten fremder Kulturen angesehen werden.

02.07.2009, 20.37 Uhr    Kein Kommentar
Statischer Link    Feed-Link    Trackback-Link
Rubriken: Aus dem Buchregal
Schlagwörter: Literatur

02. Juli 2009

Stromsparbetrieb

An sich ist es ja eine gute Sache, wenn der Computer automatisch in den Stromsparbetrieb wechselt, sobald die Festplatten eine für den Computer gefährliche Temperatur erreichen. Nicht gut ist allerdings, wenn er das mitten in einem eiligen Projekt kurz vor dem Abgabetermin macht, wenn ich die Übersetzung seit einer Stunde nicht mehr gespeichert habe.

02.07.2009, 18.42 Uhr    Kein Kommentar
Statischer Link    Feed-Link    Trackback-Link
Rubriken: Aus der Praxis
Schlagwörter: Berufsalltag, Computer

02. Juli 2009

In Kürze zum Verlieben

Leserfrage Nummer 1:

Rechtschreibung in kürze

Leserfrage Nummer 2:

Rechtschreibung zum verlieben

Liebe Suchende,

sowohl »Kürze« als auch »Verlieben« sind Substantive, werden also großgeschrieben. Beim »Verlieben« erkennen Sie das an der Präposition »zum«, die eine Zusammenziehung von »zu dem« (Präposition + Artikel) ist. Und einen Artikel kann man bekanntlich nur vor ein Substantiv setzen. Bei der »Kürze« sollte die Wortart eigentlich klar sein. Wenn Sie jedoch im Zweifel sind, dann versuchen Sie doch, das Wort in eine längere Konstruktion einzubauen. Können Sie einen Artikel und ein Adjektiv davorstellen und das Wort in verschiedene Kasus setzen? Ja, können Sie: die beeindruckende Kürze, in aller Kürze, mit der gebotenen Kürze, in der Kürze liegt die Würze. Demnach handelt es sich eindeutig um ein Substantiv und das wird, wie gesagt, auf jeden Fall großgeschrieben.

02.07.2009, 17.39 Uhr    Kein Kommentar
Statischer Link    Feed-Link    Trackback-Link
Rubriken: Sprache
Schlagwörter: Deutsch, Grammatik und Stil

Serie zum russischen Film

Девять дней одного года

In Deutschland gezeigt unter dem Titel: Neun Tage eines Jahres

Produktionsfirma: Mosfil'm/Мосфильм

Produktionsjahr: 1961

Länge: 111 Minuten

Regie: Michail Romm/Михаил Ромм

Drehbuch: Michail Romm/Михаил Ромм, Daniil Chrabrovickij/Даниил Храбровицкий

Kamera: German Lavrov/Герман Лавров

Musik: Džon Ter-Tatevosjan/Джон Тер-Татевосян

Darsteller: Aleksej Batalov/Алексей Баталов (Gusev), Innokentij Smoktunovksij/Иннокентий Смоктуновский (Kulikov), Tat'jana Lavrova/Татьяна Лаврова (Lëlja)

Genre: Drama

Filmplakat zu »Neun Tage eines Jahres«

Filmplakat Neun Tage eines Jahres (Bildquelle)

Wie in der Ballade vom Soldaten hat in Neun Tage eines Jahres der Erzähler das erste Wort. Während die Kamera über sibirische Wälder, Flüsse und ein Dorf gleitet und schließlich über einem riesigen, so gar nicht in diese Umgebung passenden Labor stehenbleibt, erkärt der Erzähler, daß die folgenden Ereignisse so vielleicht nie stattgefunden haben und physikalisch möglicherweise auch ganz unmöglich sind. »Doch die Menschen und ihre Beziehungen zueinander, zur Wissenschaft und zum Leben sind echt.« Damit gibt Romm seinem Publikum gleich zu Beginn einen wichtigen Schlüssel in die Hand: Die Welt der Protagonisten ist das eigentliche Labor, in dem für die technische, gesellschaftliche und persönliche Zukunft geforscht wird. Doch um es gleich vorwegzunehmen: Mit dieser beinahe lyrisch anmutenden Ouvertüre enden die Gemeinsamkeiten der Neun Tage mit bisher vorgestellten Tauwetterfilen auch schon wieder.

Szenenphoto aus Neun Tage eines Jahres: Gusev und Sincov, dem im letzten Moment einfällt, daß er seine Frau vermißt. (Bildquelle: meines)

Die im Titel genannten neun Tage folgen nicht unmittelbar aufeinander, sondern sind neun einzelne, für die Protagonisten entscheidende Tage eines Jahres.

1. Tag (früher Herbst). Die Wissenschaftler im Kontrollraum warten offenbar gespannt auf etwas. Dann plötzlich Sirenengeheul, blinkende Lichter, Türen, die schnell versiegelt werden. Bei einem Kernfusionsexperiment ist der Reaktor durchgebrannt. Doch das Experiment war erfolgreich und nur das zählt für Professor Sincov, obwohl er selbst dabei eine tödliche Strahlendosis abbekommen hat. Auch sein Assistent Gusev war den Strahlen ausgesetzt und wird gewarnt, daß eine weitere Dosis auch seinen Tod bedeuten könnte. Auf der Krankenstation macht sich Sincov sofort wieder an seine Berechnungen, läßt sogar seine Frau hinauswerfen. Erst im letzten Moment scheinen ihm ein paar Wahrheiten aufzugehen und er rät Gusev, diesen ganzen Blödsinn aufzugeben und stattdessen Pilze zu sammeln, zu angeln und eine schöne Frau zu heiraten. Zunächst wird Gusev jedoch nach Moskau ins Krankenhaus gebracht.

Szenenphoto aus Neun Tage eines Jahres: Gusev und Lëlja (Bildquelle: meines)

2. Tag (zwei Monate später). Obwohl Gusev es leugnet, ist sein Arzt überzeugt, daß er schon früher einmal eine ordentliche Strahlendosis abbekommen hat, und warnt ihn eindringlich, daß ihm beim nächstenmal niemand mehr helfen könne. Gusev wird von seinem Freund Kulikov, einem theoretischen Physiker, und seiner langjährigen Geliebten Lëlja, ebenfalls Physikerin, aus dem Krankenhaus abgeholt. Kulikov bittet den Freund, nicht nach Sibirien zurückzukehren, sondern mit ihm theoretisch zu arbeiten. Gusev lehnt ab, denn seine Arbeit sei für die Menschheit wichtig. »Für die Menschheit? Die Menschheit ist ohnehin schon so vollkommen, daß sie in nur zwanzig Minuten die ganze Welt zerstören kann.« Gusev wendet ein, seine Arbeit habe nichts mit dem Militär zu tun, sondern diene nur der Gewinnung von Energie für Heizung, Verkehr und letztendlich den Kommunismus, woraufhin Kulikov ihn daran erinnert, daß die Menschen noch jede Erfindung zuallererst für Kriege und Massenvernichtung – zuletzt die amerikanische Atombombe auf Hiroschima – eingesetzt haben. Doch Gusev beharrt darauf, er müsse diese Energiequelle zum Wohle der Menschheit erschließen.

Szenenphoto aus Neun Tage eines Jahres: Gusev und Lëlja (Bildquelle: meines)

Lëlja hat es satt, auf Gusev zu warten, der in sechs Jahren nur viermal für ein paar Stunden nach Moskau gekommen ist. Sie hat beschlossen, stattdessen den ebenfalls in sie verliebten Kulikov zu heiraten, der allerdings nicht den Mut findet, Gusev diese Wendung mitzuteilen. Dieser hat jedoch längst erkannt, wie der Hase läuft, und sagt Lëlja, daß er sie ohnhin nicht geheiratet hätte. Als sie nachhakt, gibt er zu, daß er tatsächlich schon früher bei einem mißglückten Experiment einer großen Strahlendosis ausgesetzt war. Jetzt müsse er nur noch ein Jahr am Leben bleiben, um seine Arbeit beenden zu können. Lëlja ändert ihre Hochzeitspläne erneut und teilt Gusev mit, sie werde ihn heiraten, um ihm dieses Jahr zu erleichtern.

Szenenphoto aus Neun Tage eines Jahres: Kulikov in der Forschungssatation (Bildquelle: meines)

3. Tag. Auf der Verlobungsfeier entspinnt sich zwischen den anwesenden Physikern eine Diskussion um Sinn und Unsinn der praktischen Forschung, diesmal mit dem Schwerpunkt Raumfahrt (wie Sie sich erinnern, hatte Jurij Gagarin gerade den ersten bemannten Weltraumflug absolviert). Die einen meinen, das Vordringen des Menschen in die Galaxis sei ein Ziel, das keiner Begründung oder Rechtfertigung bedürfe, während die anderen fragen, was die Menschheit durch diese maßlose Verschwendung gewinne.

Szenenphoto aus Neun Tage eines Jahres: Gusev und Lëlja (Bildquelle: meines)

4. Tag. Ein Tag wie jeder andere. Gusev und Lëlja sind in die sibirische Forschungsstation zurückgekehrt. Gusev widmet seine ganze Zeit seiner Arbeit. Lëlja, die ihren Mann nur beim Frühstück und dann auch nur hinter der Zeitung sieht, fragt sich, warum überhaupt jemand heiraten möchte. Solange man sich zwei nur lieben, sei alles in schönster Ordnung, aber wenn sie erst einmal Mann und Frau seien …

Die Physiker setzen bei jeder Gelegenheit ihre Diskussionen fort. Zum Beispiel über das Verhältnis von Wissenschaft und Krieg. Ist der Krieg die treibende Kraft hinter der Wissenschaft oder ist es umgekehrt die Wissenschaft, die den Krieg erst ermöglicht und damit die ganze Welt ständiger Gefahr aussetzt? Nebenbei erfahren wir, daß Gusev jetzt (heimlich, damit man ihn nicht von seinem Projekt abzieht) regelmäßig Bluttransfusionen bekommt.

Szenenphoto aus Neun Tage eines Jahres: diskutierende Wissenschaftler (Bildquelle: meines)

5. Tag (Frühling). Nach vielen vergeblichen Versuchen gelingt ein Experiment. Nur Kulikov bekommt mit, daß Gusev dabei erneut der Strahlung ausgesetzt ist, und Gusev verbietet ihm, irgendjemandem davon zu erzählen.

Szenenphoto aus Neun Tage eines Jahres: Gusev und Kulikov (Bildquelle: meines)

6. Tag (der abends beginnt). Auf den Erfolg folgen viele Mißerfolge, die Gusevs Fanatismus nur noch mehr steigern und ihn immer grober werden lassen.

Gusev: Der Schafskopf Fëdorov hat alles [ein paar Bilder] verwechselt.
Kulikov: Er ist verliebt.
Gusev: Morgen jage ich ihn zum Teufel.
Kulikov: Tut dir der Junge nicht leid?
Gusev: Ich habe deine Güte satt.
Kulikov: Übrigens müssen den Kommunismus unbedingt gütige Menschen aufbauen.
Gusev: Energische.
Kulikov: Gütige und tolerante.
Kulikov: Den Gütigen wird alles unter den Händen weg gestohlen.
Kulikov: Und noch einmal – gütige, und noch einmal – tolerante.

Schließlich wirft Gusev Kulikov rundheraus vor, er gehöre nicht zu »den Guten«: »in früheren Zeiten hätte man dich für deine Äußerungen …«

Szenenphoto aus Neun Tage eines Jahres: Gusevs Vater (Bildquelle: meines)

7. Tag (Diesen Tag verbrachte er dort, wo er geboren worden war.) Gusev und Lëlja besuchen seine Familie in einem Dorf, das komplett an einen anderen Ort versetzt werden soll, weil es auf einem Erzvorkommen sitzt. Die ehrliche Einfachheit des Vaters und seine Feststellung »Uns geht es gut. Wir haben alles, was wir brauchen.« stehen in krassem Gegensatz zu Gusevs Vorstellung von dem, was die Menschheit braucht. Auf die Fragen des Vaters antwortet er, ja, er habe die Bombe gebaut, die Bombe sei eine gute Sache und diese Arbeit sei jedes Opfer wert.

Szenenphoto aus Neun Tage eines Jahres: Großvater und Enkel bleiben zurück. (Bildquelle: meines)

8. Tag (wieder Herbst). Obwohl sich Gusev kaum noch auf den Beinen halten kann, zieht es ihn ins Labor. Er ist zufrieden mit dem vergangenen Jahr. Sein erster Versuch sei zwar mißlungen, aber das bedeute nur, daß einer von hundert Wegen zur Wahrheit erprobt und verworfen worden sei. Jetzt müsse er nur noch 99 ausprobieren.

Szenenphoto aus Neun Tage eines Jahres: Gusev vor der Forschungsstation (Bildquelle: meines)

9. Tag. Gusev fliegt nach Moskau, um eine hochgradig experimentelle und bis dahin nur an Tieren und mit geringem Erfolg ausprobierte Knochenmarktransplantation durchführen zu lassen, denn: »Ich muß leben.« Vor der Operation teilt ihm Kulikov mit, daß er tatsächlich eine wichtige Entdeckung gemacht hat, wenn auch eine elektrische, keine thermonukleare. Doch alles, was nicht thermonuklear ist, ist für ihn nur eine lächerliche Nebensächlichkeit. Die weitere Entwicklung bleibt offen.

Szenenphoto aus Neun Tage eines Jahres: Gusev beobachtet eine Versuchsreihe. (Bildquelle: meines)

Ich habe bewußt so ausführlich aus den Dialogen zitiert. In ihren Diskussionen erforschen die Figuren die Experimente namens Leben und Liebe, Gesellschaft und Kommunismus, ihre eigene Zukunft und die der Menschheit. Dieses Fragen und Suchen hatte es im sowjetischen Film nie zuvor gegeben. Die minimalistische Ästhetik der Bilder versieht diese Diskussionen mit einem Kontext: Die vom menschlichen Alltag abgeschnittene Forschungsstation mit ihren klaustrophoben Betongängen und von monströsen Maschinen beherrschten Labors. Großvater und Enkel, die langsam in der Ferne verschwinden, während sich Gusev immer weiter von ihnen entfernt. Der vor der kahlen Mauer der Station winzige Gusev. Die riesigen schwarzen Schatten, die die Wissenschaftler an die Wände werfen. Die Stalinschen Prachtbauten in Moskau, die ebenso gewaltig, kalt und menschenfern sind wie die Forschungsstation …

Zu den erstaunlichsten Aspekten des Films gehört, daß auch heute noch der Großteil der Zuschauer den Film als Lobeshymne auf die hingebungsvollen Physiker interpretiert und Gusev rühmt. Er sei ein Held, der sich für Vaterland und Menschheit aufgeopfert habe. Wie recht Kulikov doch hatte: Der Mensch lernt niemals dazu.

01.07.2009, 14.05 Uhr    Kein Kommentar
Statischer Link    Feed-Link    Trackback-Link
Rubriken: Serie »Russischer Film«
Dieser Artikel ist nicht verschlagwortet.

01. Juli 2009

Safari für Windows

Erster Versuch: Wenn ich das Programm aufrufe, wird sein Symbol in der Taskleiste angezeigt, aber sonst geschieht nichts. Nach zwei Minuten fragt mich meine Firewall, ob Safari auf einen Google-Client zugreifen dürfe. Wozu braucht Safari Google? Unwillig gestatte ich den Zugriff. Trotzdem geschieht nichts. Drei Minuten später wird noch immer nur das Safari-Symbol angezeigt, aber kein Browserfenster geöffnet.

Zweiter Versuch: Wider alle Vernunft stelle ich meine Firewall so ein, daß Safari jeder Internetzugriff gestattet wird. Allerdings werde ich jetzt gefragt, ob ein mysteriöser Dienst namens Bonjourservice auf das Internet zugreifen dürfe. Was ist das für ein Dienst? Was macht er? Wozu braucht ihn Safari? Zähneknirschend gestatte ich den Zugriff. Trotzdem geschieht nichts. Die Firewall blockiert eine als unzulässig eingestufte eingehende Datenübertragung. Drei Minuten später wird noch immer nur das Safari-Symbol angezeigt, aber kein Browserfenster geöffnet.

Mich deucht, für Safari müßte ich die Firewall komplett deaktivieren. Ich bleibe lieber bei einem Browser, der mein Recht auf informationelle Selbstbestimmung respektiert und nicht alle möglichen Verbindungen zu allen möglichen fragwürdigen Diensten herzustellen versucht, mit denen er dann weiß der Henker welche Daten austauscht.

01.07.2009, 07.55 Uhr    2 Kommentare
Statischer Link    Feed-Link    Trackback-Link
Rubriken: Computer und Internet
Schlagwörter: Internet

30. Juni 2009

Piratenpartei

Diese Partei hat ihren Namen schon ganz richtig gewählt. Ausformuliert ist sie der Zusammenschluß derjenigen, die sich über die eigene Unfähigkeit hinwegtäuschen wollen, indem sie die Arbeit anderer stehlen und diesen damit die Lebensgrundlage entziehen. »Ausgleich zwischen Ansprüchen der Urheber und der Öffentlichkeit« nennen die Piraten das. Die Öffentlichkeit hat also ein Recht darauf, mit Kunstwerken versorgt zu werden. Die Künstler haben jedoch nicht das Recht, für ihre Leistung bezahlt zu werden. Mein Vorschlag für die Parteilosung: Schmarotzer aller Länder, vereinigt euch!

30.06.2009, 22.04 Uhr    5 Kommentare
Statischer Link    Feed-Link    Trackback-Link
Rubriken: Allgemein
Schlagwörter: mehr oder weniger politisches, Urheberrecht

30. Juni 2009

Zitat des Tages

Die politische Wirklichkeit ist an einem Punkt angelangt, den die Schöpfer des Grundgesetzes kaum vorhergesehen haben dürften: Der politische Willen der Parteien und derjenige der übergroßen Mehrheit der Wähler differieren nicht nur in Details. Sie haben sich vielmehr zu klaren Gegensätzen polarisiert.

Karl Feldmeyer bezieht sich hier zwar auf die Europapolitik, aber seine Aussage trifft auf die übrigen politischen Themen nicht weniger zu. Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik, Bildungspolitik, Umweltpolitik … Das Volk, bei dem laut Verfassung alle Macht liegt, will das eine, die Politiker, die den Willen dieses Souveräns ausführen sollten, machen genau das Gegenteil. Sehr treffend zieht Feldmeyer eine Parallele zwischen der Scheindemokratie DDR und der Scheindemokratie Deutschland.

30.06.2009, 21.41 Uhr    Kein Kommentar
Statischer Link    Feed-Link    Trackback-Link
Rubriken: Die Welt
Schlagwörter: mehr oder weniger politisches

30. Juni 2009

Erinnerungen

Durch Zufall bin ich heute morgen auf Bilder von der Landshuter Hochzeit gestoßen, Europas größtem historischen Fest, das seit über hundert Jahren regelmäßig gefeiert wird und im Vergleich mit dem andere historische Feste irgendwie billig wirken. Die Bilder wecken Erinnerungen an das Damals, als ich auch dabei war. Keine nostalgischen Erinnerungen (was vergangen ist, soll vergangen bleiben); nur dieser Gedanke, wie lange das schon her ist … fast dreißig Jahre … meine Güte …

30.06.2009, 13.56 Uhr    Kein Kommentar
Statischer Link    Feed-Link    Trackback-Link
Rubriken: Allgemein
Schlagwörter: aus dem echten Leben

Bislang ist die Alphabetisierung im wesentlichen eine Sache der Volkshochschulen. Nürnberg hat mit seinem neuen Alphazentrum nun ein Pilotprojekt gestartet, in dem erstmals auch Führungskräfte aus der Wirtschaft pädagogisch an einem sozialen Bildungsprojekt mitwirken. Das Alphazentrum geht über das reine Lesenlernen hinaus, weil das Fehlen der Lese- und Schreibfertigkeit häufig mit Mängeln in anderen Grundkompetenzen einhergeht. So fehlt es den Lernenden oft an der grundlegenden Allgemeinbildung, die im Alltag als selbstverständlich vorausgesetzt wird, allzu oft aber nicht vorhanden ist; aber auch bei der gesundheitsbewußten Ernährung und im Umgang mit Geld haben sie oft Schwierigkeiten. Da jeder Lernwillige andere Voraussetzungen mitbringt, soll im Alphazentrum für jeden ein individuelles Lernprogramm zusammengestellt werden, das durch eine Reihe offener Kurse ergänzt wird.

Nachsatz:

Mittlerweile weiß ich, daß auch das Nürnberger Zentrum eine Volkshochschule ist. Das ändert aber nichts daran, daß das Projekt nachahmenswert ist, oder?

29.06.2009, 13.05 Uhr    Kein Kommentar
Statischer Link    Feed-Link    Trackback-Link
Rubriken: Sprache
Schlagwörter: Analphabetismus

Alljährlich verleiht das Goethe-Institut die Goethe-Medaille an Personen, die sich um den Vereinszweck, den internationalen Kulturaustausch, verdient gemacht haben. 2009 werden der norwegische Übersetzer Sverre Dahl, der rumänische Übersetzer Victor Marian Scoradet und der schwedische Schriftsteller und Philosoph Lars Gustafsson ausgezeichnet.

Gustafsson prägt »seit den 70er Jahren das deutsche Schwedenbild jenseits der großen Kinderbuchtradition und der populären schwedischen Kriminalliteratur« und wird für sein literarisches Gesamtwerk geehrt. Auch Dahl wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet: »Die Intensität und Qualität des literarischen Austauschs zwischen Deutschland und Norwegen sind unter anderem ihm zu verdanken. Die Vielfalt seiner Übersetzungen zeichnet die Arbeit Dahls aus. So übersetzte er sowohl deutsche Klassiker wie Goethe, Novalis und Hölderlin als auch moderne Klassiker von Kafka, Broch, Walser, Koeppen und Bachmann, Gegenwartsautoren wie Ingo Schulze, Daniel Kehlmann und Lukas Bärfuss und philosophische Texte von Max Weber, Norbert Elias und Rüdiger Safranski.« Zu Scoradet schließlich heißt es in der Begründung: »Seit acht Jahren übersetzt Scoradet jedes Jahr im Auftrag des Goethe-Instituts Bukarest drei neue Stücke ins Rumänische und ist damit ein wichtiger Partner im Dialog zwischen den Theaterszenen Rumäniens und Deutschlands. Sein außerordentliches Sprachgefühl bringt er zudem auf dem Feld literarischer Übersetzungen ein, in dem er Werke von Günter Grass, Martin Walser oder Hans Magnus Enzensberger übersetzte.«

29.06.2009, 12.41 Uhr    Kein Kommentar
Statischer Link    Feed-Link    Trackback-Link
Rubriken: Übersetzen
Schlagwörter: Literatur, Übersetzen, Übersetzerpreis

Gebunden mit Wordpress