29. 05. 2010
Twitter- und Bloggerkollege Markus Trapp hat gestern auf Twitter nach einer kurzen Definition desselben gefragt (hier die eingegangenen Tweets). Eine gute Frage, meine ich, weil sie Anlaß gibt, darüber nachzudenken, warum man eigentlich twittert. Meine Antwort war »Twitter ist der Draht von der Heimbüro-Insel zum Rest der Welt.« Eine twitteranisch kurze Antwort, in der viel zusammenfließt.
Zunächst einmal habe ich die Tweets einiger Nachrichtensender und Zeitungen abonniert, die mir über die Tageszeitung hinaus einen Überblick darüber geben, was die Welt gerade bewegt. Die nächste Stufe sind die twitternden Menschen und Organisationen, die sich mit für mich interessanten Themen befassen: kritische Beobachter des politischen Tagesgeschehens, Umweltschützer, Wissenschaftsjournalisten und so weiter.
Auf der nächsten Stufe fließen privates und berufliches Interesse ineinander: Die Tweets von literarischen Einrichtungen, Belletristik-Verlagen, Filmzeitschriften usw. halten mich über die Literatur- und Filmwelt auf dem Laufenden, während ich aus den Wortmeldungen von Informatikern und Webdesignern, IT-Fachzeitschriften und -Fachbuchverlagen erfahre, was sich in der großen Welt der Computer und des Internets tut.
Die oberste und in meiner Twitter-Chronologie aktivste Schicht sind die Übersetzer und Texter. Sie veröffentlichen in ihren Tweets Links zu aktuellen Informationen aus der Sprach- und Übersetzungswelt, lassen sich über Freud und Leid ihres Berufs aus, bitten um Formulierungs- und Terminologiehilfe oder suchen einfach zwischendurch ein wenig Ablenkung und Entspannung.
Man könnte sagen, Twitter ist für den Heimarbeiter das, was für Büroarbeiter die Kaffeepause und der Austausch mit Kollegen in der Firma sind. Nur mit dem Unterschied, daß die Twitter-Kollegen über die ganze Welt verstreut sind und die verschiedensten Sprachen sprechen.
Ich möchte Twitter nicht mehr missen. Es ist wie ein Knotenpunkt im Netz, der alle möglichen privaten, beruflichen und menschlichen Fäden zusammenführt. Eben ein Draht von meinem einsamen Schreibtisch zum Rest der Welt.
Sehr schön, dass Du noch mal etwas ausführlicher auf meine #twitter_ist-Frage antwortest. Ich denke, gerade die Beschreibung von Twitter als «Draht vom einsamen Schreibtisch zum Rest der Welt» trifft auf sehr viele Twitter-Nutzer zu.
Die Ablenkung, die virtuellen Kollegen, aber auch die fachliche und informative Vernetzung jenseits des Zeit-Raum-Kontinuums ist es, was Twitter für viele Freiberufler so unheimlich wertvoll macht.
Du verfolgst also Nachrichtensender, Zeitungen, interessante Themen, Belletristik, privates Interesse, IT-Themen, Übersetzer und Texter und einiges mehr. Macht nach meiner Schätzung einige hundert Tweets pro Tag. Wie findest du die Zeit dazu?
Sind soziale Netze wie Twitter wirklich ein großer Zeitschlucker (wie ich befürchte), oder habe ich etwas sinnvolles verpasst?
Eine sehr schöne Übersicht über den Nutzen von Twitter - vor allem auch für Freiberufler - der ich mich aus eigener Erfahrung nur anschließen kann.
Trotzdem merke ich auch immer wieder, dass es gar nicht so einfach ist, "Nicht-Twitterern" die Vorteile dieses sozialen Netzwerkes zu erklären. Ich glaube, man muss es einfach selbst erleben (wollen).
Die eigene Seite durch Googles Suchmaschine finden lassen, aber gleichzeitig Chrome aussperren!? Was ist das für eine Doppelmoral?
Kann dir doch scheiß egal, ob ich Google meine Daten gebe.
Sie haben eine eigene Erfahrung oder andere Meinung, eine Anregung oder Frage zu diesem Thema? Ich freue mich über alles, was uns voranbringt.
Gossensprache und -verhalten (Fäkaliensprache, Werbung, persönliche Angriffe usw.) behalten Sie im Interesse der Leser bitte für sich.
Das Über-Setzer-Logbuch ist auf meinem Mist gewachsen. Züchten Sie bitte Ihre eigenen Ideen und lassen Sie die Finger von meinen. Danke.