30. 10. 2007
Der Artikel Local heroes in der Zeitschrift Develop (Englisch) beschreibt typische Lokalisierungsprobleme aus Sicht eines Spielelokalisierers. Der Artikel stammt zwar schon aus dem Jahr 2003, an der Situation hat sich seither jedoch wenig geändert. Noch immer fehlt bei vielen Softwareherstellern das Bewußtsein für die Unterschiedlichkeit der Sprachen, die es zwingend erforderlich macht, daß eine mögliche spätere Lokalisierung ab dem ersten Entwicklungsschritt berücksichtigt wird. Wenn die Lokalisierung nur ein Nachgedanke ist, gelingt sie selten zufriedenstellend. Typische Beispiele sind pixelgenau für den englischen Text konstruierte GUI-Elemente, die für die Übersetzung zu klein sind, und Parameter, die nur Singular und Plural, aber weder Genera noch Kasus kennen.
Ein jedenfalls für mich erstaunliches Phänomen ist dabei, daß auch nicht-englischsprachige Entwickler, die ihre Software auf Englisch schreiben, in der Regel alles auf das Englische zuschneiden. Sie sollten aus ihrer eigenen Muttersprache doch eigentlich wissen, daß andere Sprachen andere Erfordernisse mit sich bringen, und diese gleich von Anfang an berücksichtigen. Kürzlich ist mir zum Beispiel bei dem meines Wissens von Ukrainern entwickelten Spiel Die Römer sehr unangenehm aufgefallen, daß Geschlecht und Kasus völlig ignoriert werden.
Sie haben eine eigene Erfahrung oder andere Meinung, eine Anregung oder Frage zu diesem Thema? Ich freue mich über alles, was uns voranbringt.
Gossensprache und -verhalten (Fäkaliensprache, Werbung, persönliche Angriffe usw.) behalten Sie im Interesse der Leser bitte für sich.
Das Über-Setzer-Logbuch ist auf meinem Mist gewachsen. Züchten Sie bitte Ihre eigenen Ideen und lassen Sie die Finger von meinen. Danke.