10. 11. 2007
Ich gehöre nicht zu den Jammerern, habe allerdings auch den Komfort, dass ich als Autor halbwegs etabliert bin, sodass ich mir das Übersetzen leisten kann und es nicht als Brotberuf mache. Würde ich nur vom Übersetzen leben, würde ich auch dasitzen und sofort in Tränen ausbrechen.
So Martin Pollack in einem Interview mit der Wiener Zeitung. Weiter erzählt Pollack, wie er als Sproß eines Nazihauses zur Slawistik kam, durch Zufall Polonist wurde, auf der Höhe des Kalten Krieges Polen erkundete, wie sich Polen und das österreichische Polenbild seither verändert haben. Er spricht darüber, daß sich die EU gegen die osteuropäischen Länder abschottet und welche Wirkung dies auf die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung der Länder jenseits dieser neuen Mauer hat. Er führt die Fäden von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen. Ein lesenswertes Interview.
Martin Pollack ist einer der bekanntesten Übersetzer polnischer Literatur. Sein Blickfeld ist jedoch nicht auf Polen beschränkt; als Herausgeber hat er den deutschen Lesern eine Tür zur Literatur weniger beachteter Länder wie etwa Litauens und Weißrußlands geöffnet. In seinen eigenen Werken widmet er sich vor allem der Vergangenheit und ihrem Weiterwirken in der Gegenwart. Für seine Tätigkeit als Übersetzer, Herausgeber und Schriftsteller wird Martin Pollack im November mit dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz im Denken und Handeln ausgezeichnet.
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Das Über-Setzer-Logbuch ist auf meinem Mist gewachsen. Züchten Sie bitte Ihre eigenen Ideen und lassen Sie die Finger von meinen. Danke.