16. 02. 2009
Das arme Neutrum kann einem wirklich leidtun. Immerfort wird es mißverstanden. Alle neutralen Wörter seien Sachen, wird dann behauptet. Und es sei doch wirklich eine Schande, Kinder sprachlich wie Dinge zu behandeln. Dabei liegt der Fall ganz anders. Was grammatisch neutral ist, gehört weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht an. Das Neutrum – »ne utrum«, keines von beiden – ist das dritte Geschlecht, das Nicht-Geschlecht. Darüber, ob das Bezeichnete belebt oder unbelebt ist, sagt es nichts aus.
Übrigens ist interessant, daß im Deutschen beide Verkleinerungsformen (-chen und -lein) neutral sind: Durch die Verkleinerung oder Verniedlichung geht die Geschlechtszugehörigkeit verloren.
Sie haben eine eigene Erfahrung oder andere Meinung, eine Anregung oder Frage zu diesem Thema? Ich freue mich über alles, was uns voranbringt.
Gossensprache und -verhalten (Fäkaliensprache, Werbung, persönliche Angriffe usw.) behalten Sie im Interesse der Leser bitte für sich.
Das Über-Setzer-Logbuch ist auf meinem Mist gewachsen. Züchten Sie bitte Ihre eigenen Ideen und lassen Sie die Finger von meinen. Danke.