23. 09. 2009

Wieder einmal PGP: digitale Unterschrift

Nachdem ich meinem Rechner vor einigen Tagen ein neues Motherboard und einen neuen Prozessor gegönnt habe, hat Windows wie üblich den Dienst verweigert (tiefgreifende Änderungen der Hardware mag es überhaupt nicht) und mich in seine übliche Schleife versetzt: Es verweigert den Zugriff auf das Benutzerkonto und verlangt eine erneute Aktivierung, für die ich allerdings den Internetzugang des Kontos brauche, auf das mir Windows den Zugriff verwehrt. Weil ich also sowieso alles neu installieren mußte (ein dreifaches Hoch auf eine ordentliche Sicherungsstrategie), habe ich einen gründlichen Computerhausputz gemacht und einige Dinge neu konfiguriert. Unter anderem verschicke ich jetzt alle geschäftlichen E-Mails mit digitaler Unterschrift.

Die zusätzliche Verschlüsselung der E-Mails und vor allem ihres Anhangs wäre mir natürlich lieber, aber dazu kann ich niemanden zwingen (siehe früheren Artikel über PGP). Ich beschränke mich also darauf, den E-Mail-Text zu unterschreiben. Kurz gesagt, funktioniert das Signieren so: Aus der E-Mail (Text und Metadaten) wird eine Prüfsumme erzeugt, die mit meinem privaten Schlüssel verschlüsselt und zusammen mit der E-Mail verschickt wird. Der Empfänger entschüsselt die mitgeschickte Prüfsumme mit meinem öffentlichen Schlüssel, erzeugt aus der E-Mail ebenfalls eine Prüfsumme und vergleicht sie mit der mitgeschickten.

Dieses Verschlüsseln und Entschlüsseln und Vergleichen klingt vielleicht kompliziert, wird aber von den meisten PGP-Hilfsprogrammen automatisch erledigt. Bei meiner Kombination von GnuPG, Thunderbird und dem Thunderbird-Addon Enigmail beschränkt sich meine Aufgabe auf die Eingabe des Kennworts für den Zugriff auf meinen Schlüssel.

Hat der Empfänger PGP implementiert, kann er an der digitalen Signatur erkennen, ob die E-Mail tatsächlich von mir stammt und unterwegs nicht verändert wurde. Empfänger ohne PGP können die E-Mail normal lesen. Sie werden zwar auf die Signatur hingewiesen und auch darauf, daß der Anhang unverschlüsselt ist, aber der E-Mail-Text wird wie gewohnt angezeigt. Sie werden durch die digitale Signatur also nicht gestört, aber vielleicht angeregt? Das zumindest ist meine langfristige Hoffnung.

 
 

2 Kommentare

  1. Xinxi
    13.10.2009, 16.02 Uhr

    Ein interessanter Artikel! Ich bin noch recht neu im übersetzerischen Geschäft und habe keinerlei Erfahrungen mit "digitalen Signaturen" unter Mails. Sind wir freien Übersetzer wirklich so gefährdet?


    (Kommentar-Link)
  2. uebersetzer
    13.10.2009, 16.30 Uhr

    Wir sind sicher nicht mehr gefährdet als jeder andere, der E-Mails verschickt. Also sehr.

    Alles, was man in eine normale E-Mail schreibt, könnte man ebensogut mit Bleistift auf eine Postkarte schreiben. Jeder kann es lesen, ändern oder einfach aus dem Verkehr ziehen, ohne daß Absender und Empfänger davon etwas mitbekommen.

    Leider machen alle Übersetzer dieselbe Erfahrung: Unseren Auftraggebern ist das Signieren und Verschlüsseln zu viel Arbeit. Was einigermaßen absurd ist, wenn man bedenkt, daß uns die meisten Kunden Verschwiegenheitserklärungen unterschreiben lassen. Das heißt, sie verpflichten uns dazu, alle Informationen vertraulich zu behandeln, erlauben uns aber nicht, diese Vertraulichkeit sicherzustellen. Sogar hochgeheime Dokumente werden völlig offen als E-Mail-Anhang verschickt.

    Man kann natürlich einwenden, daß die meisten Menschen so wenig Ahnung von der Funktionsweise des Internets haben, daß sie diese Schwäche gar nicht ausnutzen können, weil sie sie nicht kennen. Aber was ist, wenn tatsächlich etwas passiert? Wer hat dann den Schwarzen Peter? Wer haftet für die Fälschung oder den Diebstahl von Daten?


    (Kommentar-Link)
 
 

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